Suche nach .

 

  I. Grunddaten
               
  Adressat  
Uhland, Ludwig
 
                 
                 
  Dokumenten-Typ   Brief   Brief-Nummer   777  
                 
                 
  Schreibdatum     Schreibort   Amsterdam  
                 
  Datumsstempel     Ortsstempel    
                 
  Empfangsdatum     Empfangsort   Tübingen  
                 
                 
  Incipit  
Wohlgeborner Herr, Hochgeehrter Herr Doctor! Indem ich es unternehme, Ihnen mit wenigen Worten Rechenschaft abzulegen über die Ausführung Ihres mir über Alles schätzbaren kleinen Auftrages, kann ich mich kaum des Gedankens erwehren, als sei ich in einem Traume befangen.
 
                 
                 
  Standort   Tübingen + Marbach   Institution   Universitätsbibliothek + Deutsches Literaturarchiv  
                 
  Letzter Nachweis     Drucke   (1) Blümml (1909), S. 212f.; Hartmann (1914/16), S. 42f.  
                 
 
 
  II. Art- und Formuntersatz
               
  Dokumentform   O-Hs.   Vollständigkeit    Hs.: vollst.(geteilte Verwahrung an 2 Standorten); Drucke: (1) unvollst. (Nur Briefanfang: Anrede u. Abs. 1-7; (2) unvollst. (Nur Auszüge: Abs. 1, 1. Satz, 2. Teilsatz, 11.-19. Wort; Abs. 2, 1. Satz u. 3.-4. Satz in tlw. zitierter Regestenform; Abs. 3-10  
                 
  Überlieferungs-form   Hs.; Edition   Bestand   Hollandscher Band + Nachlaß Uhland  
                 
  Signatur   Md 525, Nr. 10 + A: Uhland; 46884          
                 
                 
  II.6. Zeugenbeschreibung  
                 
  Umfang   2 Bl., gef., 8 Sn., 5 1/2 Sn. beschr. mit brauner Tinte; S. 8 mit Adresse   Größe   22,0 x 26,5  
                 
  Papiersorte   weiß-grau; grob-schwer   Erhaltung   gut  
                 
                 
  II.7. Ergänzungskommentar  
                 
  Beilagen  
Lippisches Volkslied 'Das Lied vom Falkenstein'
 
                 
  Beischluss     Beischluss zu   [Brief von F. F. an Gustav Schwab v. 16.+18.07.1835]  
                 
  Unsicheres Dokument     Erschließungs-beweis    
                 
                 
  II.8. Regest  
                 
  Regest  
Dankbarkeit F. F.'s für den Auftrag Ludwig Uhlands, für diesen in Holland zwecks einer Anthologie nach Volksliedern zu suchen. Es ist eine große Ehre für F. F., etwas für den von ihm so verehrten Dichter, der auch seine poetische Entwicklung stark beeinflußt hat, tun zu können. Seine Ergebnisse wird er über Gustav Schwab Uhland zukommen lassen. Da nicht alles, was F. F. hier an entsprechenden Büchern bereits gefunden hat und noch finden wird, den Ansprüchen Uhlands genügen wird, bittet er ihn, alles ohne Umschweife einfach an F. F. zurückzuschicken, was er nicht benötigt, zumal F. F. sich die meisten Bücher erst einmal leihweise von den Buchhändlern geben läßt. Da F. F. in der bisherigen Kürze der Zeit nicht viel mehr zu seinen Funden zu sagen weiß, als man schon in den bekannten Ausgaben finden wird, unterläßt er es, gegen seine ursprüngliche Absicht hier schon nähere Kommentare zu den Liedern sowie beabsichtigte Übersetzungen mitzuliefern. Er beschränkt sich statt dessen nur auf einige flüchtige Bemerkungen zu dem Material. Hinweis auf das politische Lied 'Wilhelmus van Nassouwen' und seine Varianten, das aus der Zeit des Abfalls der Niederlande aus der spanischen Fremdherrschaft stammt, als Marseillaise der Geusen gilt und heute noch im Volke gesungen wird. Das Beste der älteren, nichtpolitischen Volkspoesie, die allerdings nicht sehr umfangreich ist, findet man in den sogenannten 'Blaauwe boekjes', die schon von J. C. W. Le Jeune (1828) und Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1833) in ihren Sammlungen repräsentiert und von Ludolph Wienbarg (1833) teilweise übersetzt worden sind. F. F. will aber trotzdem versuchen, sie für Uhland wieder zu besorgen. Alle weiteren Sammlungen nach dem grundlegenden Werk von Le Jeune bieten kaum Neues oder einfach nur Hinzugedichtetes, so daß F. F. nur zwei einzelne Beispielwerke dieser Machart zur Kenntnisnahme mit übersenden wird. Allerdings findet sich in einem davon eine bei Le Jeune so nicht enthaltene Version des interessanten Trinkliedes 'Viva le bon Prins Hendrik' und in dem anderen einige ebenfalls bei Le Jeune nicht enthaltene, aber noch heute hier viel gesungene Gassenhauer. Außerdem Hinweis darauf, daß das aus der spanischen Besatzungszeit in Holland stammende Lied 'Het ging een Patertje', das bei Le Jeune verzeichnet ist, auch viel bei Kinderspielen in der Grafschaft Mark, in Soest, gesungen wurde. Auch das schon etwa um 1400 entstandene Volkslied, 'Ik sag minen heren van Falkensteen To siner borg op rieden', das F. F. beilegt, ist aus Berlebeck bei der Ruine Falkenstein bekannt und schon vom Detmolder Archivrat Christian Gottlieb Clostermeier in den 'Kleinen Beiträgen zur Kenntniß des Fürstenthums Lippe' mitgeteilt worden. Einzelne Wendungen daraus meint F. F. auch schon in anderen älteren Liedern begegnet zu sein, ohne daß er jetzt freilich sagen könnte, in welchen. F. F. bittet Uhland trotz aller offenkundigen Unzulänglichkeiten, seinen geringen Mitteilungen den guten Willen nicht absprechen zu wollen.
 
                 
 
 
  III. Bemerkungen
               
  Bemerkungen  
 
                 
 
 

zurück zur Liste

nach oben